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Jahresberichte

Leseprobe

Unser Therapieraum in Klosterneuburg

Vorwort

Die Einstellung der Gesellschaft zu Beratung, Diagnostik und Therapie für Kinder und Jugendliche hat sich in den letzten Jahren fundamental geändert. Früher war man der Meinung, nur die richtigen Problemkinder würden so etwas brauchen. Jetzt wollen alle Eltern das Beste für ihr Kind und heute weiß man, dass da auch die psychosoziale Gesundheit dazugehört.

So ist es also eine der großen Herausforderungen unserer Arbeit, die begrenzten Mittel effizient und genau dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Eine nicht immer leichte Aufgabe. 

Weil aber ein weiterer Trend der heutigen Zeit dazu führt, dass Eltern sehr bald wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen sollen, holen sie sich dafür Institutionen wie die Kindersozialdienste zur Unterstützung, und dort werden die Anfragen immer mehr. 

Elses Arbeitsbeitrag: Sie stellt dem Team Kuscheleinheiten zur Verfügung. 
Der Schuhvergleich zeigt: Miriam und Christiane, die Therapeutin,  haben einen ähnlichen Geschmack.

Doch auch ein zweites Thema beschäftigte in diesem Jahr das Büro, den Vorstand und auch das Team: wie kann der Verein fit für die Zukunft gemacht werden? 

Es war schon bisher mühsam, die Infrastruktur – Räume, Ausstattung, buchhalterische Erfordernisse, fachliche Professionalität und anderes – an die wachsenden Betreuungszahlen anzupassen.

Seit 21 Jahren arbeite ich im gleichen Raum, doch seit damals haben sich die Betreuungszahlen verdreifacht, der Aufwand für die Buchhaltung ist von 5 auf 30 Stunden wöchentlich angewachsen, für die vielen Anfragen musste eine Koordinatorin ins Team reingeholt werden, …

Aber alles spielt sich immer noch im gleichen Raum ab. 

Wie mein Team und ich versuchen, diese Aufgaben zu meistern, können Sie in diesem Jahresbericht nachlesen. Sie werden sehen, die Lektüre lohnt sich!

Barbara Campman
Leiterin der Kindersozialdienste St. Martin

Geschichten aus “Unser Alltag”:

Auf Socken

Sie nützt den Spielplatz hinter der Kirche St. Martin, zieht weiter in die Au, wo sie ihre geheimen Verstecke hat. Erst für die letzten 20 Minuten kommen sie zurück, um das Erlebte zu reflektieren. 

Sami kommt bei der Türe rein, auf Socken. Dann Michael, Viktor, Jakob und auch die anderen – auf Socken. Zuletzt die beiden Gruppenleiter – auch auf Socken. 

Die Leiterin fragt sie verwundert:
„Wo habt ihr denn eure Schuhe gelassen?“ 

Die beiden Therapeuten grinsen:
„Die stehen unten auf der Straße. Die sind so dreckig, die nimmt sicher niemand mit!“


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